Farmer John – mit Mistgabel und Federboa

Wenn sich ein Farmer zur Kunstfigur berufen fühlt, kann sich das nachteilig auf die Farm auswirken. Diese Dokumentation, erzählt die Geschichte über das Leben des Farmers und Alt -Hippies John Peterson, dessen Suche nach sich selbst, ihn beinahe ruiniert hätte.

Coder der DVD vom Film Farmer John

Farmer John – das Leben eines Freundes

Regie bei diesem eindrucksvollem Film von 2005, führte der amerikanische Dokumentarfilmer Taggart Siegel, der unter anderem mit Filmen, wie Queen of the Sun bekannt wurde und außerdem auch, ein persönlicher Freund von John Peterson ist. Die Geschichte vom skurrilen und exzentrischen Farmer John, die exklusiv aus dessen Feder stammt, besticht durch ihre Authentizität, ihren unverblümten Erzählstil und nicht zuletzt, durch die Botschaft, die sie vermittelt. Filmkritiker und Presse sind sich darin einig, dass dieser Dokumentarfilm ein sehenswertes Stück Realität ist. Augenscheinlich steht er für den Kampf mit sich selbst und den Erfolg für harte Arbeit, gepaart mit innovativen Ideen. Selbst der amerikanische Politiker und leidenschaftliche Umweltaktivist Al Gore kam nicht umhin, diesen Film als besonders humorvolle, packende und mit genauem Blick erzählte Geschichte zu bezeichnen.

Einblicke in in den Film Farmer John

Gedreht wurde fast ausschließlich, auf der Peterson Farm in Illinois. Auftritte der Mutter, spiegeln sehr erklärend die Entwicklung und die Widersprüchlichkeiten in John Petersons Seele wieder und rücken durch ihre charmante Art, wichtige Ereignisse in ein sehr persönliches, intimes Licht. Privates Filmmaterial und Familienfotos, erlauben einen weitreichenden Blick in das Leben eines der heute erfolgreichsten Direktversorger in Amerika. Peterson setzt sich mit seiner Farm für Permakultur und Nachhaltigkeit ein und auch so, ist dieser lehrreiche Film, heute wieder aktueller denn je.

Für die akustische Inszenierung sorgen, der in Oregon lebende und für einige Soundtracks (unter anderem my Old Lady und Nebraska), bekannte Komponist und Performer Mark Orton und die australische Instrumental Rock Band Dirty Three. Musikalische Untermalung, die punktgenau passende Akzente setzt.

Farmer wider Willen

Wie der Filmtitel schon verrät, handelt es sich bei John Peterson nicht um den archetypischen Farmer, wie er im Buche steht. Seit er die Farm seines Vaters, die sich schon über viele Generationen in Familienbesitz befindet, übernommen hat, sorgt er durch seine Lebensphilosophie immer wieder für Gesprächsstoff unter den Nachbarn.

Seine Liebe zur Kunst und zu extravaganten Outfits, machen ihn zum Blickpunkt und auch zum Stein des Anstoßes bei den Besitzern der umliegenden Farmen. Er wird begafft, kritisiert und die Palette der Anfeindungen, reicht von Unterstellung bis beinahe zum Rufmord. Als in den sechziger Jahren, auf seiner Farm eine Hippie-Kommune entsteht, setzt das eine Verkettung von Ereignissen in Gang, die seine Nerven und seine Fähigkeiten, immer wieder aufs Neue vor eine Zerreißprobe stellen. Oft steht er finanziell und auch persönlich, kurz vor dem Ruin. Erst als er auch seine Liebe für die Farmarbeit entdeckt, beginnt er umzudenken und gründet eine der ersten Direktversorgungsfarmen in Amerika.

Mit Witz, Charme und Mut meistert er die Herausforderungen und rettet durch die, in seiner Hippiephase entstandenen Ideen, seine Farm vor dem kompletten Bankrott. Mit nachhaltigem Anbau von Obst und Gemüse mausert er sich bald zu einem ernst zu nehmenden Farmer, der seinen Teil zur ökologischen Wirtschaft beiträgt und mit der Idee der Permakultur, vielen anderen Farmern zum Vorbild wird. Nach anfänglichen Schwierigkeiten wird Johns zunächst als neuer Spleen abgetane Idee, sehr bald salonfähig. Immer mehr Farmer folgten seinem Beispiel und heute gilt John Peterson, als Pionier und Vorreiter in Sachen Permakultur. Dank seiner Notizen und Anmerkungen, in denen er alles, von Anfang an festhielt, entstand das Drehbuch für diese Dokumentation. Schonungslos aber dennoch mit einem Augenzwinkern erzählt er so, Stück für Stück, seine eigene Geschichte.

Wie Phönix aus der Asche

In erster Linie geht es in dieser Dokumentation natürlich um das Leben von John Peterson. Der Film dient aber auch als Richtlinie und Leuchtfeuer für jene, die die Hoffnung in ihrem Leben verloren haben. Es ist niemals zu spät einen Neuanfang zu wagen und es ist immer gut sich selber treu zu bleiben. Es geht um Selbstfindung und um Kompromisse, die man manchmal einfach eingehen muss. Jeder von uns hat die Chance, sein Leben zu bestimmen und durch die Entscheidungen, die wir treffen, Einfluss auf uns und auch auf andere zu nehmen. Jedem kann es gelingen, sich wie Farmer John, aus den Trümmern seines Lebens zu erheben und neu anzufangen.

Fazit zu mit Mistgabel und Federboa – Farmer John

The Real Dirt on Farmer John ist ein Dokumentationsfilm, den man getrost zu den Filmen listen kann, welche man sich unbedingt ansehen sollte. Man erkennt in den Entscheidungen und Handlungen und den daraus resultierenden Ergebnissen, irgendwie seine eigenen Zweifel und Sehnsüchte wieder und kann daher, vieles absolut nachvollziehen. Dieser Film ist mal laut und mal leise, mal wild und mal sanft aber er wird, nicht eine Minute lang unglaubwürdig. Filme wie dieser, machen nachdenklich und dass, ist genau wie Permakultur und Nachhaltigkeit wichtig für das Leben auf unserem Planeten und das ökologische Gleichgewicht der Erde. Wir Menschen müssen umdenken, wenn wir das Leben was uns umgibt, erhalten wollen. Dabei dürfen wir niemals vergessen, dass sich alles in einem immer währenden Kreislauf befindet und dass es, genauso unser Lebensraum ist, der durch Unachtsamkeit und Gier, vergiftet wird. Möge dieser Film uns alle daran erinnern, wer wir sind.

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