Die beliebtesten und besonderen Kinos in Berlin

Ob ein Trip nach Berlin geplant ist oder einfach mal ein freier Abend zur Verfügung steht, für einen Besuch im Kino gibt es im Grunde immer Zeit. Statt also auf irgendeinen Streamingdienst zurückzugreifen oder eine DVD oder Blu-ray in den Player einzuschieben, sollte man, wenn man sich schon in Berlin aufhält bzw. dort lebt eines der, für die Bundeshauptstadt bekannten, Kinos aufsuchen.

Kino Berlin - die beliebtesten und besten Kinos

Das Kino Berlin bietet alles was ein besonderer Abend benötigt. Dabei können diese mit einem angenehmen Ambiente sowie bequemen Sitzgelegenheiten und kleinen Überraschungen, mit denen man so nicht gerechnet haben mag, jeden Kinobesucher von sich überzeugen. Meist verbirgt sich hinter den Kinomauern auch mehr als nur die Begeisterung zum Film, sondern auch wahre Film- und Lebensgeschichte.

Besondere und beliebte Kinos in Berlin

Selbst alt eingesessene Berliner könnten von dem ein oder anderen Kino überrascht sein, das nun aufgeführt wird und möglicherweise zieht es den einen oder anderen ins Kino. Daher folgen nun einige besuchenswerte sowie bemerkenswerte Berliner Kinos, für die sich stets ein Kinobesuch lohnt.

Der zauberhafte Zoo Palast Berlin

Errichtet wurde der Zoo Palast 1957 in der Mitte Berlins und galt von diesem Moment an bis 1999 als zentraler Punkt der Berlinale. Neben dem bedeutsamen Filmfestival fanden zudem unzählige internationale Filmpremieren mit weltweiten Stars im bekannten Lichtspielhaus statt. Mit der Restaurierungsphase, die 2011 startete und im November 2013 erfolgreich beendet wurde, spiegelt nun der Zoo Palast ein Ambiente wider, dass an die Historie der Filmtheater aus den 50er sowie 60er Jahre erinnern soll.

Insgesamt finden sich im Zoo Palast 1650 Ledersessel, die auf sieben Kinosäle verteilt sind. Ein Fun Fact am Rande: das Lichtspielhaus beherbergt den größten Kinosaal Berlins.

Das klassische Kino Toni

Im Jahre 1920 kam es zur Eröffnung des Toni Kinos am Antonplatz in Weißensee. Nachdem das Lichthaus durch den Krieg zerstört wurde, kamen pro Tag etwa 1600 Kinobesucher. Unter der Verwaltung des Regisseurs Michael Verhoeven, begann 1992 durch eine Renovation eine neue Ära für das Kino Toni. 2008 kam es zur Wiedereröffnung, nachdem ein Feuer im Jahre 2007 den kleineren Kinosaal zerstört hatte. Insbesondere mit seinem Programm, dass sowohl aus deutschen als auch europäischen Filmen besteht, sticht das Kino Toni unter den anderen hervor. Mit gerade einmal zwei Kinosälen präsentiert das Lichtspielhaus eine gemütliche Atmosphäre mit 74 und 255 Sitzplätzen.

Das versteckte Sputnik

„Berlins höchstes Kino“ befindet sich im Kreuzberger Gebäudekomplex des Südsterns im fünften Stock und dritten Hinterhof. Zur Gründung des Sputniks kam es erst 1984 und versprüht dennoch einzigartigen Kreuzberger Charme. Denn statt gewöhnlicher Kinositze finden sich im 1. Kinosaal neun gemauerte Sitzreihen wohingegen im 2. Kinosaal eine heimelige Atmosphäre herrscht.

Im Programm des Sputnik sind sowohl Filme Europas als auch Deutschlands zu sehen, ergänzt wird dieses mit Independentkino, Filmkunst wie auch Dokumentarfilmen. Außergewöhnlich wird das Sputnik erst mit dem einmaligen Blick von den Kinobar Balkonen herab auf Berlin. In der Kinobar werden zum einen Sportereignisse und zum anderen Kurzfilme präsentiert.

Das berühmte Filmkunst 66

Internationale Stars wie Liv Ullmann, Manfred Krug, Vanessa Redgrave, Michael Ballhaus als auch Marianne Sägebrecht besuchten bereits das bekannte Lichtspielhaus, das sich durch Zeichentrick-, Western- sowie Fantasy-Festivals mit der Zeit einen Namen gemacht hat. Nebenbei werden aber auch immer mal wieder Kurzfilme präsentiert in Filmkunst 66. Mit dem Jahre 1971 fand sich das Kino in der Charlottenburger Bleibtreustraße wieder. Nachdem die beiden Filmproduzentinnen Regina Ziegler und Tanja Ziegler die Leitung im Jahre 2011 übernommen hatten, fand 2012 sowohl ein Umbau als auch eine Renovierung statt. Insgesamt ist die Filmkunst 66 mit zwei Kinosälen, mit 50 und 156 Sitzplätzen, ausgestattet.

Das noble Capitol Dahlem

Das Lichtspielhaus Capitol Dahlem liegt sowohl neben edlen Villen wie auch ehrwürdigen Museen und befindet sich im Südwesten Berlins. Dort zeigt sich Capitol Dahlem im Glanz einer von wildem Wein bewachsenen Villa. Wobei der ursprüngliche Besitzer Carl Froelich, der damalige Präsident der Reichsfilmkammer, in seiner Villa extra einen Vorführsaal einbaute. Capitol Dahlem wurde erst im Jahre 1946 zu einem öffentlichen Filmtheater und zeigt bis heute Filme aus dem Raum Europas wie auch internationale Filmproduktionen. Aufgrund seiner Vergangenheit zeichnet sich Capitol Dahlem mit einem Kinosaal, bestehend aus 162 Kinositzplätzen, aus. Derzeit liegt das Lichtspielhaus unter der Pacht der Yorck-Kino GmbH.

Die ausgefallenen Tilsiter Lichtspiele

Gegründet wurden die Tilsiter Lichtspiele 1908 und finden sich in der früheren Tilsiter Straße, heute Richard-Sorge-Straße genannt. Mit dem Mauerbau wurde das Kino im Jahre 1961 geschlossen und erst wieder mit dem Kino-Künstler-Kollektiv 1994 wiedereröffnet. Sowohl anspruchsvolle als auch ausgefallene Filme werden dabei gezeigt. Das Tilsiter ist außerdem eines der letzten Kinos, die noch gegen Mitternacht die letzte Vorführung zeigen.

Insbesondere für die Kleinen gibt es von Donnerstag bis Sonntag jeden Nachmittag Kinderkino, wobei jeden Monat ein neues Programm Kinderfilme gezeigt wird. Neben zwei Kinosälen gibt es zudem im Tilsiter eine Kneipe mit Potenzial zur Stammkneipe.

Das moderne Cinemaxx Berlin

Zum einen zeigt sich Cinemaxx Berlin am Potsdamer Platz als zentraler Mittelpunkt der Internationalen Filmfestspiele Berlins, der sogenannten Berlinale. So richten sich seit 2000 alle Augen für jedes Jahr auf die Bundeshauptstadt Berlin um eines der bedeutsamsten Ereignisse im Bereich des Films zu beobachten. Zum anderen werden pro Tag in den jeweils 19 Kinosälen etwa 52 Filme eines erlesenen Programms gezeigt, wobei Blockbuster auch in zwei bis drei Kinosälen präsentiert werden können. Außerdem gilt jeder Sonntag und jeder Feiertag im Cinemaxx Berlin als Familientag, sodass man als Erwachsener in Begleitung eines Kindes, bis elf Jahre, nur den Kinderpreis zahlen muss.

Das geschichtsträchtige Bali Kino

Das Bali in Berlin-Zehlendorf sticht insbesondere mit seinem geschichtlichen Programm hervor. Des Weiteren kann das Kino seit dem Jahre 1946 bezeugen, dass es bis heute ohne jegliche Störung genutzt wurde bzw. noch immer genutzt wird. Während in den 20er Jahren der Kinosaal als Tanzpalast zur Verwendung kam, wurde das Bali Kino in den 1970ern zu politisch führend erklärt. Heute wiederum gibt es ausschließlich erlesene Filme und ein gehobenes Programm für das Publikum des Bali Kinos. So werden Themenabende wie auch Filmfestivals vom Bali Kino ausgerichtet. Aber auch Filmnächte und bestimmte Sonderveranstaltungen, darunter Lesungen, Theateraufführungen sowie Konzerte, werden veranstaltet.

Das köstliche Downstairs Filmcafé

Das Downstairs Filmcafé, das sich im Prenzlauer Berg befindet, kann von „cinephilen Menschen“ als idealer Sammelplatz genutzt werden. Das Lichtspielhaus teilt sich dabei interessanterweise folgendermaßen auf, im Erdgeschoss findet sich ein Café welches mit unzähligen Fachzeitschriften sowie Filmbüchern ausgestattet ist, die zum durchstöbern und kaufen gedacht sind. Währenddessen kann man entweder Salate oder auch Burger oder Schnitzel essen. Letzten Endes verbirgt ein roter Vorhang im Keller das wahre Kino mit 30 Sitzplätzen des Lichtspielhauses, dass ein vielschichtiges Programm parat hat darunter auch das Downstairs Filmcafé Filmquiz. So zeigt das Downstairs Filmcafé Dokumentarfilme, Tatort-Folgen, Fußballspiele sowie die sagenumwobene Oscar-Nacht.

Die historische Astor Film Lounge

Seit den 1940er Jahren wird in der Astor Film Lounge, im Westen Berlins, ein erlesenes Programm von Filmen präsentiert. Neben seiner beeindruckenden Architektur und Atmosphäre kann das Lichtspielhaus auf eine lange und ehrwürdige Historie zurück schauen. So wurde das frühere Gasthaus 1895/96 erst im Jahre 1948 zum sogenannten Kino im Kindl.

Zum Namen Astor kam es wiederum erst gegen Ende 2008 durch Hans Joachim Flebbe. Insbesondere durch seinen hervorragenden Service wird das Kino einzigartig. Denn je nach Wunsch kann ein Service-Team der Film Lounge die Kinobesucher direkt am Sitzplatz sowohl mit Erfrischungen als auch mit Finger Food verköstigen.

Das altehrwürdige Eiszeit Kino

Mit Beginn des Jahres 1981 wurde das Eiszeit Kino (eiszeit-kino.de) zum Hausbesetzer-Kino, welches sich in der Schöneberger Blumenthalstraße befand. Der erste Kinofilm, der anschließend im Eiszeit Kino präsentiert wurde hieß „Unversöhnliche Erinnerungen“, dabei handelt es sich um einen Dokumentarfilm der die Thematik des Bürgerkriegs in Spanien thematisiert. Währenddessen galt das Eiszeit Kino als ein Teil der sogenannten „Lichtspiele im Untergrund“ Bewegung. Zwei Jahre später allerdings wurde im September das Gebäude von der Polizei vollständig geräumt.

Neueröffnung vom Eiszeit Kino im August 1985

Erst im August 1985 kam es zu einer Neueröffnung des Eiszeit Kino in der Zeughofstraße 20, direkt im Wrangelkiez. Dort wurden sowohl Konzerte, Theaterauftritte, Performances sowie Filme, Lesungen und auch Ausstellungen ausgetestet. Während dieser Zeit hielt sich das Kino im ersten Stockwerk des Hinterhauses verborgen, denn es hielt sich nicht mit den politisch korrekten Filmen auf, sondern präsentierte in dieser Zeit stattdessen eine neue Kulturstätte des Films. Das Eiszeit Kino selbst hatte sogar auch seinen eigenen Auftritt im Jahre 1987 im experimentellen Dokumentarfilm „Die Kinder der Konfettimaschine“.

Als es in der Nacht vom 9. November zum 10. November 1989 zum Fall der Berliner Mauer kam, lief zur selben Zeit der französische Spielfilm „Themroc“. Währenddessen verließ ein Teil des Kinopublikums den Kinosaal, um das großen Ereignis, des Mauerfalls mitzuerleben. Dabei blieben die anderen solange sitzen, bis der Film zu Ende war. Anschließend gingen einige von ihnen ins Kreuzberger Pinten, um der alten Zeiten zu betrauen, da nun eine neue Ära der deutschen Geschichte anbrechen sollte.

Die erste deutsche Filmpremiere 1990 in Berlin

Mit dem Fantasyfilm „A Chinese Ghost Story“ aus Hongkong gab es die erste deutsche Filmpremiere des Jahres 1990 in Berlin, ergänzt wurde der Kinofilm zudem mit englischem Untertitel. Der extra aus England geholt Kinofilm wurde gleichzeitig mit Kinofilmen von John Walters präsentiert. So kamen sowohl Hongkong- wie auch Walters-Fans in den Genuss der Filme. So wurde außerdem jeden Monat ein neues Programm im Eiszeitkino auf die Beine gestellt, dass sowohl Lust auf Kinofilme machte wie auch frech und erfinderisch auf den Kinozuschauer wirkte. Mit dem erstmaligen Public-Viewing schrieb das Eiszeit-Kino Geschichte, so wurden zum einen, Sportübertragungen aber auch die Fußball Weltmeisterschaft auf der weißen Leinwand gezeigt.

Ein weiteres Highlight im Eiszeit-Kino war die Vorpremiere von Raising Resistance im Januar 2012, welcher die Besucher begeisterte (siehe Meinungen zur Veranstaltung im Youtube Video). Eine einmalige Geschichte bildet die Präsentation des Films „Hotel New Hampshire“, der in einer falschen Chronologie dem Kinopublikum gezeigt wurde. Nach mehreren Diskussionen unter den Zuschauern kam es zu keinem wirklich richtigen Resultat, weshalb der Film weiterhin in einer falschen Reihenfolge auf der Kinoleinwand lief.

Dokumentar, Horror und Untergrundfilme im Kino Eiszeit

Nicht nur Dokumentar-, Horror- sowie Untergrundfilme wurden gezeigt, es kam auch zur Vorstellung eines Lydia-Lunch-Films im Eiszeit Kino. Und genau diese Vorstellung brachte es zu einem spektakulären Gefecht im Kinosaal, sodass laut Berichten Feministinnen den Saal bestürmten. Letzten Endes kam es dann 2018 aufgrund unüberbrückbarer Differenzen zwischen dem Hauseigentümer Maximilian Bernau und dem Mieter zur Aufgabe des Eiszeit Kinos (eiszeit-kino.de) im Kreuzberger Kiez. Wer ein wenig in Nostalgie schwelgen möchte, kann sich die alten Inhalte der Webseite vom Eiszeit Kino auf Archive.org anschauen. Dazu musst dort einfach nur nach www.eiszeit-kino.de oder http://www.eiszeit-kino.de gesucht werden. Dafür bietet das Archive für http://www.eiszeit-kino.de/ immerhin noch Möglichkeiten bis zum Jahr 2004 zugreifen zu können.

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