Die Hochstapler

Die Hochstapler“ handelt über vier Männer, die aufgrund von krummen Geschichten an ein ansehnliches Vermögen gekommen sind. Mithilfe von Lügen und Betrügereien konnten sie Geld anhäufen und ein gutes Leben genießen.

Dauer: 84 Min.
Jahr:
Regie: Alexander Adolph
Produzenten: Silvia Koller, Nicole Leykauf
Hauptdarsteller: Jürgen Harksen, Mark Z., Torsten Schmitt, Peter Groth
Nebendarsteller: Marc Langrock, Julien Harksen, Uwe Rung
Genre: Dokumentation
Studio: STUDIOCANAL
Sprachen: Deutsch

Der deutsche Dokumentarfilm stammt aus dem Jahre 2005. Der Filmstart im deutschen Kino fand am 26. April 2007 statt. In demselben Jahr erhielt die Doku „Die Hochstapler“ den Preis der deutschen Filmkritik für die „Beste Musik“. Im Jahr zuvor konnte auf dem Kinofest Lünen der „Schüler-Filmpreis 16+“ erreicht werden. Für diese guten Ergebnisse sorgte der mehrfache Grimme-Preisträger Alexander Adolph, der die Geschichte der vier Männer erzählt.

Die Hochstapler – Besetzung / Darsteller, Regie und Drehorte

Alexander Adolph arbeitete mit der Co-Regisseurin Nina Ergang eng zusammen. Einzelne Szenen filmte das Kamerateam Estela Sanz Posteguillo und Susanne Schüle. Beide stehen bereits seit den 90er-Jahren hinter der Kamera und beweisen ihr Können. Mithilfe der Co-Regisseurin konnten die Szenen zu einem lebhaften Film zusammengeschnitten werden, welcher von Dieter Schleip musikalisch verziert wurde. Die vier Mitwirkenden und zeitgleich die Hauptakteure der Dokumentation „Die Hochstapler“ sind Torsten S., Peter G., Marc Z. und Jürgen H.

Die Dreharbeiten verliefen von Dezember 2005 bis zum Mai 2006. Am Ende entstand eine Dokumentation über eine Länge von 87 Minuten Laufzeit, ohne Altersbeschränkung. Bereits zwei Monate nach den letzten Dreharbeiten fand die Premiere auf dem Filmfest in München statt, was auf die harte Arbeit der Produzentinnen Nicole Leykauf und Silvia Koller zurückzuführen ist. Eine erste TV-Ausstrahlung war am 27. Juni 2009 in Bayern 3 möglich. Unterstützung kam zudem durch eine Filmförderung der Film Fernseh Fonds Bayern GmbH und der Filmförderungsanstalt in Berlin.

Handlung & Story vom Film „Die Hochstapler“

Im Dokumentarfilm werden vier Männer porträtiert, die durch Betrügereien und Lügen, durch ausgefeilte Hochstapelei und erschlichenes Vertrauen zum Teil zu viel Geld kamen. Notorische Lügen für eine eigene Vorteilsverschaffung gehören seit vielen Jahren zu den beliebtesten Themen in der Philosophie, Literatur und Film. Sagt Ihnen der Name Till Eulenspiegel oder Robert Redford und Paul Newman in „Der Clou“ etwas? Mit ausgekochten Schlitzohren kann fast eine endlose Liste aufgestellt werden.

Da hätten wir Mark Z. Er ist 35 Jahre alt und stammt eindeutig aus behüteten Verhältnissen. Recht früh stirbt jedoch sein großer Bruder. Mit diesem Schicksalsschlag driftete der strebsame Textilkaufmann ab. Nun führt Mark ein Doppelleben. Nebenbei arbeitete er als Vermögensberater. Mit dubiosen Immobilien und falschen Versprechungen trieb er seine Klienten bedenkenlos in den Ruin.

Torsten S. getrieben von einer Überzeugungskraft und einer gewissen Unverschämtheit, haut er andere Menschen übers Ohr. Er gab sich als Diplomat und enger Freund von Joschka Fischers aus und organisierte fälschlicherweise als Funktionsträger der NATO eine Sicherheitskonferenz. Diese versetzte die ganze Stadt in Aufruhr.

Peter G. wuchs als Zeuge Jehovas auf. Er empfand seine Erziehung eher als asketisch und wurde von dem Wunsch getrieben, immer mehr zu besitzen. Seiner Ansicht nach, war es ihm als Jugendlicher vergönnt gewesen, ein Leben in Luxus zu führen. Allerdings wurde Peter nach etlichen Straftaten von der Justiz mit Sicherheitsverwahrung belegt. Eigentlich gelten solche Verwahrungen nur bei besonders schweren Kapitalverbrechen.

Jürgen H. ist ein sehr bekannter Hochstapler. Auf seine Betrügereien und Beutezüge fielen einige Prominente herein. Darüber hat Jürgen sogar ein Buch geschrieben. Die kriminellen Machenschaften begannen, als er eine Frau aus besseren Kreisen beeindrucken wollte. Mit einfachen Geschichten gelang es ihm, ihr Geld aus der Tasche zu ziehen. So kassiert er Millionenbeträge für einen nie stattfindenden Mondflug. Diese Art des Geldverdienens so einfach. Aber Jürgen konnte nicht mehr mit den Betrügereien aufhören. Es führte dazu, dass der Hochstapler seine eigenen Lügen Glauben schenkte. So begann ein Teufelskreis der Lüge. Dabei handelt es sich um ein Phänomen, welches sich bei vielen Hochstaplern beobachten lässt.

Sich als ein Freund der Familie auszugeben und einen Familienvater langsam aber sicher des Geldes zu erleichtern, war noch eine einfache Masche des Quartetts. Ein anderer reiste mit ungedeckten Schecks durch ganz Deutschland. Der dritte Mann gab sich als Diplomat oder NATO-Major aus, wodurch er eine NATO-Sicherheitskonferenz organisierte. Der letzte im Bunde verkaufte Anteile eines Vermögens, welches ihm nicht gehörte. Dank seines Geschicks und seiner Dreistigkeit stieg er in die besten Kreise Hamburgs auf.

Fazit & Kritiken zum Film „Die Hochstapler“

Über weite Passagen bietet „Die Hochstapler“ einen klassischen Interviewfilm an. Trotzdem kennt der Film keine Langeweile, was besonders an der Offenheit liegt. Die vier professionellen Lügner schildern ohne Scheu ihr dreistes Vorgehen. Dazu kommen die psychologischen Hintergründe. Zwar werden dadurch die Motive deutlich, aber niemals wird die Art gerechtfertigt. Natürlich spielen die Männer, in ihren Interviews, ihre Rollen weiter. Dem Zuschauer wird dadurch deutlich, wie es zu den ganzen Betrügereien kommen konnte. Anfangs fesseln die Geschichten. Je mehr das Spiel fortschreitet, desto tiefer tun sich die Abgründe auf.

„Die Hochstapler“ ist ein spannender Film über Lüge und Wahrheit, Gier und die Manipulation. Der Zuschauer kann währenddessen seinen eigenen Umgang mit der Lüge und der Wahrheit gut überdenken. Eine Lüge bedeutet Macht. Allerdings nimmt das Lügen den Lügner zunehmend in seiner Rolle gefangen. Es ist ein Kammerspiel über die Mechanik des Lügens und wandert weiter über den Wunsch, ein anderer Mensch zu sein.

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