Il Divo – der Göttliche (Film)

Il Divo ist ein 2008 biographischer Film, über das Leben des siebenmal Regierungschefs Giulio Andreotti bis in die neunziger Jahre. Der Titel des Films geht auf den Spitznamen zurück, den der Journalist Mino Pecorelli Andreotti gegeben hat. Der Film wurde bei den Filmfestspiele von Cannes 2008 mit dem Preis der Jury ausgezeichnet. Er erhielt zahlreiche italienische und internationale Auszeichnungen, darunter eine Nominierung für die Academy Awards 2010 in der Kategorie „Bestes Make-up“.

Dauer: 117 Min.
FSK: ab 16 Jahren
Jahr:
Regie: Paolo Sorrentino
Produzenten: Francesca Cima, Nicola Giuliano, Andrea Occhipinti, Fabio Conversi, Maurizio Coppolecchia
Hauptdarsteller: Toni Servillo, Anna Bonaiuto, Piera Degli Esposti, Franco Graziosi, Giulio Bosetti
Nebendarsteller: Flavio Bucci, Carlo Buccirosso, Paolo Graziosi, Giorgio Colangeli, Alberto Cracco, Lorenzo Gioielli, Gianfelice Imparato, Massimo Popolizio, Aldo Ralli, Giovanni Vettorazzo, Cristina Serafini, Fanny Ardant
Genre: Drama
Studio: DCM (Vertrieb Universum Film)
Sprachen: Deutsch, Italienisch

Il Divo – Besetzung / Darsteller, Regie und Drehorte

Der Film Il Divo debütierte am 28. Mai 2008 in italienischen Kinos und wurde von Lucky Red produziert. Die Dreharbeiten des Films fanden in Italien statt. Der Film wurde vom neapolitanischen Regisseur Paolo Sorrentino geschrieben und dirigiert. Wichtige Drehorte, waren Rom, Neapel, Palermo und Turin.

Die Besetzung ist eine der Stärken des Films. Im Film „Il Divo“ spielten unter anderem folgende Schauspieler mit:

  • Toni Servillo als Giulio Andreotti
  • Anna Bonaiuto als Livia Danese
  • Giulio Bosetti als Eugenio Scalfari
  • Flavio Bucci als Franco Evangelisti
  • Carlo Buccirosso als Paolo Cirino Pomicino
  • Piera Degli Esposti als Vincenza Enea
  • Lorenzo Gioielli als Mino Pecorelli
  • Pietro Biondi als Francesco Cossiga
  • Enzo Rai als Totò Riina
  • Angelo Zito als Giancarlo Caselli
  • Domenico Centamore als Balduccio Di Maggio

Handlung & Story von Il Divo

Der Film erzählt einen Teil des Lebens von Giulio Andreotti, Protagonist der italienischen politischen Geschichte seit Jahrzehnten, erzählt in der Zeit zwischen 1991 und 1993 , zwischen der Präsentation seiner VII. Regierung und dem Beginn des Palermo-Prozesses wegen Kollusion mit der Mafia. Der Film beginnt mit einer langen Reihe von Morde und angeblichen Selbstmorden prominenter Persönlichkeiten. Die Hauptgeschichte beginnt am Tag der Präsentation der letzten Andreotti-Regierung am 12. April 1991.

In Andreottis Büros findet die „Gipfel“ seiner Faktion statt. Die politische Frage des Tages bewegt sich bald auf die zukünftige Wahl des Präsidenten der Republik, wann der Nachfolger von Francesco Cossiga ernannt wird. Andreottis Faktion schlägt die Wahl seines Chefs vor. Doch im Vorfeld des Quirinals stößt er auf die Gegenkandidatur des christdemokratischen Sekretärs Arnaldo Forlani. Die beiden Kandidaten schließen dann einen Rückzug zugunsten des anderen aus. Im Moment der ersten Einberufung des Parlaments für die Präsidentenwahl, bricht eine gewaltsame „Schlägerei“ aus: Schreie, Objektwürfe und klirrende Handschellen (über den Kopf des unbewegten Andreotti) während der Präsident der Abgeordnetenkammer Oscar Luigi Scalfaro sucht vergebens, um die Abgeordneten ruhig zu halten.

Nach wiederholten Abstimmungen wird aber keinem Kandidat eine Mehrheit gegeben. Während einer Pause versuchen die verschiedenen Anhänger der Kandidaten, Unterstützung von weiteren Abgeordneten zu erhalten. Cirino Pomicino, Mitglied der inneren Opposition zu Andreotti, versucht einen Kompromiss zwischen den verschiedenen Faktionen zu erreichen. Obwohl Giulio Andreotti anfangs über eine Menge Stimmen verfügte, erschüttert der Mord an Richter Falcone seine Kandidatur. Seine Kritiker beschuldigen ihn, der Chef einer politischen Faktion zu sein, die mit der Mafia in Verbindung steht. Der Mord an Salvo Lima, dem Chef seiner politischen Faktion in Sizilien, war als eine Bestrafung gegenüber Andreotti für die Nichterfüllung seines Versprechens gedeutet worden. Nach dem letzten Wahlgang wird Scalfaro Präsident der Italienischen Republik gewählt.

Der zweite Teil des Films konzentriert sich auf die angeblichen Andreottis Beziehungen zur Mafia, bis hin zu den Maxi-Prozess-Anhörungen in Palermo. Kurz nach der Wahl von Scalfaro brach Tangentopoli aus, ein Korruptionsskandal den Sturz der politischen Führungskraft markierte, die der Korruption angeklagt waren, darunter viele Andreottis Verbündeter. Man geht jedoch davon aus, dass Andreotti den mailänder Staatsanwälten kompromittierende Dokumente aus seinem Archiv zur Verfügung gestellt hatte, nur um einige unbequeme Politiker loszuwerden. In den zwei Jahren von 1993 bis 1994 führten die speziellen Gesetze zur Bekämpfung der Mafia zur Festnahme verschiedener Mafia-Angehöriger.

In den Gesprächen mit mehreren Repressionen hört der Staatsanwalt von Palermo Giancarlo Caselli auf die Version des Kronzeugen, der über die Beziehungen zwischen Andreotti und Cosa Nostra berichtet. Die angeblichen Gespräche zwischen Andreotti und den Mafiaführern mit dem berühmten Kuss und das vermeintliche Zugehörigkeitsritual, das ihn zu einem „Ehrenmann“ gemacht hätte, als Flashbacks dargestellt. Andreotti seinerseits beschloss, seinen Kampf für Gerechtigkeit bis zum Ende zu führen und mobilisiert seine persönlichen und finanziellen Ressourcen mit der vollen Unterstützung seiner Familie, insbesondere seiner Frau Livia. Der Senator lehnt Vorwürfe der Kollusion mit der Mafia kategorisch ab. Am Ende des Filmes beginnt der Prozess. Vor dem Abspann wird schriftlich mitgeteilt, dass er wegen eingetretener Verjährung vom Vorwurf der Verbindung zur Mafia freigesprochen wurde.

Fazit & Kritik zum Film Il Divo – der Göttliche

Die Erzählung vermischt öffentliche und private, historische und surreale Fakten, ohne jedoch jemals das Gefühl des Rätsels zu entfernen. Dem Betrachter wird das Bild eines an der Spitze stehenden Menschen angeboten, der angesichts von Provokationen und Schwierigkeiten nie die Kontrolle verliert. Durch einen originellen Stil gelingt es Sorrentino, uns ein unveröffentlichtes Porträt eines der wichtigsten italienischen Politiker zu geben. Der Verdienst muss jedoch gleichermaßen mit dem Protagonist Toni Servillo geteilt werden, der sehr gut darin ist, das Gefühl der Zweideutigkeit seines Protagonisten auszudrücken. Diese Ambiguität wird auch durch die dunkle und drückende Atmosphäre der Machträume wiedergegeben, in der wir den Politiker sehen, der von seinen engsten Anhängern umgeben ist. Der letzte Teil des Films ist spektakulär: ein echter „Abstieg in die Dunkelheit“, der in dem denkwürdigen Monolog von Andreotti/Servillo seinen Höhepunkt erreicht, fast wie ein verzweifelter Versuch, die Geister seines Gewissens zum Schweigen zu bringen.

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