Lola rennt

Im deutschen Klassiker Lola rennt aus dem Jahr 1998 geht’s auf eine hektische Jagd gegen die Zeit. Lolas Freund Manni steckt in der Patsche. Als Handlanger für eine Truppe Gangster muss er 100.000 DM pünktlich abliefern. Tollpatschig wie er ist, hat er die Tasche mit dem Geld in der Bahn liegen lassen und konnte im letzten Moment noch beobachten, wie sich ein Obdachloser das Geld geschnappt hat. Verzweifelt ruft er seine clevere Freundin Lola an, die ihm helfen soll, innerhalb von 20 Minuten an 100.000 DM zu kommen.

Dauer: 76 Min.
FSK: ab 12 Jahren
Jahr:
Regie: Tom Tykwer
Produzenten: Stefan Arndt
Hauptdarsteller: Franka Potente, Moritz Bleibtreu, Herbert Knaup, Ute Lubosch, Nina Petri, Armin Rohde, Joachim Król
Nebendarsteller: Ludger Pistor, Suzanne von Borsody, Lars Rudolph, Julia Lindig, Sebastian Schipper, Beate Finckh, Heino Ferch, Marc Bischoff, Monica Bleibtreu
Genre: Action & Abenteuer
Studio: Warner Bros
Sprachen: Deutsch

Der Lauf gegen die Zeit beginnt und hört für die vollen 80 Minuten des Films nicht mehr auf. Gleich dreimal prescht die Rothaarige über Berlins Straßen, dreimal mit völlig verschiedenen Ereignissen und Ausgängen.

Lola Rennt – Besetzung / Darsteller, Regie und Drehorte

Der actiongeladene Thriller „Lola rennt“ erschien 1998 aus der Feder und unter der Regie von Tom Tykwer. Der deutsche Regisseur und Drehbuchautor hatte zuvor mit „Winterschläfer“ im Jahr 1997 für Aufsehen gesorgt, der ihm zwei Deutsche Filmpreise einbrachte. In Lola Rennt bringt er neue Action und ausgefeilte Schnitttechniken ein, um einen weiteren Hit zu kreieren. Mit Franka Potente als Lola und Moritz Bleibtreu als Manni in den Hauptrollen schafft es der deutsche Film auf die internationale Filmbühne. 1999 ergatterte er den Deutschen Filmpreis in Gold als bester Film, Tom Tykwer wurde als bester Regisseur ausgezeichnet, zudem folgten diverse weitere Auszeichnungen wie der Bambi und Bayerischer Filmpreis. Er gehört zu den erfolgreichsten deutschen Produktionen im Ausland und wurde auf diversen internationalen Filmfestivals gezeigt. Auf dem Sundance Film Festival wurde er vom Publikumspreis als bester ausländischer Film ausgezeichnet. Tom Tykwer zeigt in dem deutschen Klassiker auf Berlins Straßen wahres Können und bringt das gesamte Repertoire an Film- und Schnitttechniken: Eine Kombination aus hektischen Schnitten, Splitscreens, Zeitlupe, Schnappschüssen und animierten Passagen nimmt den Zuschauer auf eine rasante Reise.

Handlung & Story vom Film Lola Rennt

In jeder Sekunde trifft man eine Entscheidung, die das Leben verändern kann – Das ist die Moral des Films. In Lola Rennt finden daher dieselben 20 Minuten ganze dreimal hintereinander statt, jedoch nehmen sie jedes Mal einen anderen Verlauf. In Lola Rennt wartet das „What If“-Prinzip, bzw. der Schmetterlingseffekt, den wir bereits aus Hits wie „Butterfly Effect“, „Happy Death Day“ oder dem Film „If only“ kennen.

In allen der drei Handlungsstränge rennt Lola über die Straßen Berlins und versucht auf unterschiedliche Weisen an das Geld zu kommen. Sie raubt die Bank aus, fragt ihren reichen Vater und sie geht ins Casino und versucht das Geld am Roulettetisch zu gewinnen. Letztere Szene ist ikonisch für den Film, wodurch sich der Film mit anderen legendären Filmen einreiht, die sich der spannenden Casinoszene bedienen, um reichlich Spannung aufzubauen. Die drei Passagen werden durch Animationen eingeleitet. Hier rennt Lola stürmisch das Treppenhaus herunter und begegnet einem Punk mit seinem Hund. Jedes Mal wird ihr Lauf durch ihn um ein paar Sekunden verzögert. Einmal rennt sie einfach an ihm vorbei, einmal springt sie über den Hund und spart einige Sekunden, einmal fällt sie und verliert wertvolle Zeit. Somit schafft es Lola in allen drei Szenarien zu unterschiedlichen Zeiten auf die Straße, was den weiteren Handlungsverlauf und Ausgang des Dramas weitreichend beeinflusst.

Fazit & Kritiken zum Film Lola Rennt

Dreh- und Angelpunkt des Films Lola Rennt ist eindeutig die Protagonistin mit den feuerroten Haaren. Stets befindet sich Lola mit den im Wind fliegenden Haaren, dem entschlossenen Blick und dem schweren Atem im Fokus der Kamera. Zwar ist es die Story, die sie über die Straßen rennen lässt, viel mehr steht jedoch ihr Rennen und die damit einhergehende Action im Zentrum des Films. Mit hektischen Beats, rasanten Schnitten und raffinierten Filmtechniken bleibt die Spannung den gesamten Film über hoch. Die Szenen wechseln so schnell, dass man es als Zuschauer kaum wagt, zu blinzeln.

Die Ereignisse wirken sich dabei nicht nur auf die liebenswürdigen Hauptdarsteller aus, sondern auch auf sämtliche Personen in ihrem Umfeld. Von der Frau auf der Straße, über die Geliebte des Vaters bis hin zum Bankmitarbeiter kann man in allen drei Handlungsverläufen beobachten, wie ihre Leben durch Lolas Lauf beeinflusst werden. Während sie beim ersten Lauf noch kaum auffallen, fiebert man zum Ende des Films auch mit den unscheinbaren Nebencharakteren mit.

Es ist nicht nur die Action, die den Film so einzigartig macht, sondern auch die Liebesgeschichte zwischen Lola und Manni. Er scheint sie sehr zu lieben und ihr völlig zu vertrauen. Sie gibt alles, um ihren geliebten Freund zu retten und vor dem Schlimmsten zu bewahren. Der Film steht somit nicht nur für die Moral, dass jegliche Entscheidungen, die wir treffen, Einfluss auf unser Leben nehmen können, sondern auch für die immense Kraft der Liebe, die keine Grenzen und Distanzen kennt.

Tom Tykwers Werk hat es nicht umsonst zum Kultfilm geschafft. Auch 20 Jahre nach der Erscheinung beeindruckt seine außergewöhnliche Produktion mit Franka Potente. Mit Lola Rennt warten 80 Minuten pure Action, die jeden Zuschauer auf Lolas drei Läufen mitreißen wird.

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