The Girl King (Film)

Der Film „The Girl King“ aus dem Jahre 2015 ist ein biografisches Drama über das Leben der schwedischen Königin Kristina (1626 – 1689). Dabei liegt das Hauptaugenmerk im The Girl King Film auf der knapp zehnjährige Regentschaft Christinas, welche zahlreiche Halbwahrheiten und Legenden umranken. Ihre lesbischen Neigungen werden ebenso thematisiert, wie die Ermordung eines ihrer engsten Vertrauten. Die komplexe Persönlichkeit Kristinas bleibt im Film dagegen eher oberflächlich. So wird die einstige Königin von Schweden als emanzipierte Feministin und lesbische Stilikone dargestellt, welche sich gegen die Konventionen ihrer Zeit auflehnt und auch in der Liebe ihre eigenen Wege geht.

Dauer: 102 Min.
FSK: ab 12 Jahren
Jahr:
Regie: Mika Kaurismäki
Produzenten: Arnie Gelbart, Mika Kaurismäki
Hauptdarsteller: Malin Buska, Sarah Gadon, Michael Nyqvist, Lucas Bryant, Laura Birn
Nebendarsteller: Patrick Bauchau
Genres: Drama, Romantik
Studio: EuroVideo Medien GmbH
Sprachen: Deutsch, Englisch

Hintergrundinformationen zum Film The Girl King

Im Jahre 2015 verfilmte der finnische Regisseur Mika Kaurismäki, mit einem Budget von 6.5 Millionen Euro, das sagenumwobene Leben der Königin Kristina von Schweden mit Malin Buska in der Titelrolle. Für die junge, schwedische Schauspielerin war dies sicherlich keine einfache Rolle, musste sie sich doch dem Vergleich mit Legenden wie Greta Garbo oder Liv Ulmann stellen.

Das Drehbuch zum Film The Girl King schrieb Michel Marc Bouchard, der schon 2012 das Theaterstück „Christine, La Reine-Garcon“ verfasst hatte, welches sich ebenfalls auf die schwedische Königin bezog. Der finnische Komponist Anssi Tikanmäki schrieb die ausdrucksvolle Musik zum Film, an dessen Produktion folgende Länder beteiligt waren: Finnland, Deutschland, Kanada, Schweden und Frankreich. Dementsprechend international fiel auch die Besetzung aus.

  • Malin Buska – Kristina
  • Sarah Gadon – Gräfin Ebba Sparre
  • Michael Nyqvist – Kanzler Axel Oxenstierna
  • Lucas Bryant – Graf Johan Oxenstierna
  • Laura Birn – Gräfin Erika Erksein
  • Peter Lohmeyer – Bischof von Stockholm
  • François Arnaud – Karl Gustav Kasimir
  • Martina Gedeck – Maria Eleonora
  • Patrick Bauchau – René Descartes

Zum Inhalt von The Girl King – emanzipiert, leidenschaftlich und sexy

Es ist die Zeit des 30-jährigen Krieges (1618-1648). Mit nur 6 Jahren muss Kristina den Thron von Schweden besteigen, da ihr Vater, Gustav II. Adolf bei einer Schlacht ums Leben kam. Bis zu Kristinas 18. Geburtstag führt Reichskanzler Axel Oxenstierna die Regierungsgeschäfte. Er wird zum väterlichen Freund für das junge Mädchen. Kristina wächst in einer für die damalige Zeit völlig untypischen Weise auf. Das Mädchen ist sehr wissensdurstig und neugierig. Kristina liest wissenschaftliche Abhandlungen und philosophische Texte und wird somit wie ein Junge erzogen. Als Kristina 18 Jahre alt ist, übernimmt sie die Regentschaft.

Ihre eigenwillige, unabhängige Art beschert ihr viele Feinde am Hof. Doch Kristina geht unbeirrt ihren Weg. Sie beendet den unseligen 30-jährigen Krieg, strebt nach Selbstbestimmung und beruft sogar den französischen Philosophen René Descartes als persönlichen Berater an ihren Hof. Auch in Herzensangelegenheiten lässt sich Kristina nichts einreden. Sie lehnt eine politische Heirat ab und stürzt sich in eine lesbische Affäre mit der Gräfin Ebba Sparre, welche sie zu ihrer Kammerzofe macht. Kristina adoptiert ihren Vetter Karl Gustav, der nach ihrer Abdankung König werden wird. Durch ihr unangepasstes Verhalten wird die junge Königin für ihre Feinde und politischen Gegner zunehmend angreifbarer. Adel und Klerus laufen Sturm, doch ihr väterlicher Freund, Reichskanzler Oxenstierna, steht Kristina weiterhin treu zur Seite. Trotzdem ziehen zunehmend dunkle Schatten auf.

René Descartes, der französische Philosoph, fällt einem Giftanschlag zum Opfer. Auch Kristinas Mutter, Maria Eleonora von Brandenburg, bereitet der jungen Regentin Kummer. Die Witwe ist von ihrem toten Mann völlig besessen und bereits vom Wahnsinn gezeichnet. Dieser Mutter-Tochter-Konflikt bestätigt Kristina allerdings auch in ihrem Streben nach Freiheit und Selbstbestimmung. Nach 10-jähriger Regentschaft dankt die junge Königin 1654 mit 28 Jahren ab. Kristina sind Selbstverwirklichung und persönliche Freiheit mehr wert als politische Ränkespiele, Intrigen und Macht. Sie verlässt Schweden, lässt sich in Rom nieder und tritt 1655 zum Katholizismus über. In Rom gründet Kristina die „Accademia dell´Arcadia“ und fördert Dichter und Künstler. Nach ihrem Tod wird sie in einer vatikanischen Grotte unter dem Petersdom beigesetzt.

Fazit zum Film The Girl King

In Mika Kaurismäkis Film The Girl King wird die schwedische Königin als eine gebildete Frau dargestellt, welche sich ihrer Macht durchaus bewusst ist. Trotz ihrer männlichen Tugenden, sie reitet und fechtet hervorragend, bleibt sie in ihrem Inneren ambivalent. Ihre empfindsame Seite kämpft mit der realen Welt. Durch die Philosophie erhofft sich Kristina Antworten auf die vielen bohrenden Fragen, deshalb holt sie René Descartes an den Hof. Der Film verknüpft geschichtliche Tatsachen mit Mutmaßungen und Imaginationen. Auf jeden Fall ist Malin Buskas Spiel lebendig, leidenschaftlich und nicht so statuarisch wie das von Greta Garbo im Hollywood der dreißiger Jahre. Am Ende steht der Zuschauer trotzdem vor einem Rätsel, da sich die exzentrische Kristina willkürlich und widersprüchlich gab. Gerade deshalb war das Leben der Königin so ungewöhnlich und bietet noch immer einen interessanten Stoff für das moderne Kino.

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