Willkommen im Club

Der Film „Willkommen im Club“ handelt von drei unterschiedlichen Menschen, mit unterschiedlichen Schicksalen und dem gleichen Problem. Alle drei sind arbeitslos. Der deutsche Regisseur Holger Borggrefe und seine Frau, die Hauptdarstellerin Nicole Unger, verfassten im Jahre 2005 zusammen das Drehbuch. Die Filmemacher waren zu dem Zeitpunkt selbst arbeitslos und nahmen sich dem Problem an. Die Zeit zwischen einem abgeschlossenen Projekt und einem zukünftigem Engagement nutzen, unter dem Motto: Low-Budget Produktion.

Dauer: 98 Min.
FSK: ab 6 Jahren
Jahr:
Regie: Holger Borggrefe
Produzenten: Stehwiederauf Filmproduktion
Hauptdarsteller: Nicole Unger
Nebendarsteller: Franz-Joseph Dieken, Kasia Naumow, Harald Burmeister, Max Naumow, Manuel Luna, Erna Aretz, Michael Benthin, Katja Hoffmann, Peter Jordan
Genre: Drama
Studio: VZ-Handelsgesellschaft
Sprachen: Deutsch

Drei Menschen im Kampf um einen Job und das kurz vor der Weihnachtszeit. Der Film spielt in Hamburg, einer deutschen Hansestadt, in einer genossenschaftlichen Wohnanlage. Innerhalb von 98 Minuten soll den Betroffenen Mut gemacht werden. Dabei werden Panikattacken, Melancholie, Langeweile und Mini-Jobs mit der Arbeitslosigkeit verknüpft.

Willkommen im Club – Besetzung / Darsteller, Regie und Drehorte

Am 3.11.2005 startete der Film erstmals im deutschen Kino. Geschnitten wurde der 98 minütige Film Willkommen im Club von Martina Mielenz. Mithilfe der guten Kameraführung von Janucz Reichenbach liegt die Altersfreigabe bei sechs Jahren. Aufgrund der Low-Budget-Produktion verzichteten die arbeitslosen Beteiligten auf ihre Gage. Und selbst durch die Drehorte entstanden keine Kosten, es waren Privatwohnungen, die kostenlos zur Verfügung gestellt wurden. Die Musik zum Film lieferte Matthias Köninger.

Holger Borggrefe investierte Zeit in die Auswahl der Darsteller. Abgesehen von seiner Hilfe im Drehbuch schreiben, setzte er auf weitere Hauptdarsteller wie Erna Aretz, Harald Burmeister, Michael Benthin, Katja Hoffmann und Joseph Dieken. Einer der Hauptfiguren ist der Polier Joachim Weller (Joseph Dieken), von dem plötzlichen Verlust der Arbeit völlig aus der Bahn geworfen. Joachim ist zwar noch verheiratet, lebt aber von Frau und Tochter längst getrennt. Die unerwartete Arbeitslosigkeit verheimlicht der Maurer, dadurch setzt er seinen Arbeitsvermittler immer mehr unter Druck.

Tonja (Kasia Naumow), ist die zweite Arbeitslose im Film. Sie ist nicht leistungsberechtigt und versucht ihr Leben und das ihres Sohnes, mit kleinen unangenehmen Mini-Jobs zu meistern. Die letzte in der Kette ist Kerstin Reimann gespielt von Nicole Unger. Kerstin, eine Ärztin im Praktikum, die eine neue Stelle in Aussicht hat. Über die Ärztin schmunzelt der Beobachter erst nur, denn sie leidet am wenigsten Not von allen. Doch die unerwartete Entlassung zerstört ihr ganzes Selbstvertrauen.

Handlung & Story vom Film Willkommen im Club

Der Lebensabschnitt der drei Hauptdarsteller spielt in der Zeit kurz vor Weihnachten. Nicht nur, dass es die Zeit der Geschenke und Geldausgaben ist. Der einzige Job, den der Arbeitsvermittler Gerd Hoffmann den Arbeitslosen anbieten kann, ist einen Weihnachtsmann zu spielen. Das Leben von Joachim, Tonja und Kerstin dreht sich in der Zeit um das Arbeitsamt. Der raubeinige Polier, der tagsüber nicht von seiner Familie gesehen werden möchte, geht am liebsten mit dem Kopf zuerst durch die Wand. Erkennt ihn tagsüber seine Ex-Frau auf der Straße, läuft er davon. Joachim möchte in der ungewohnten Situation die Würde bewahren.

Die Akademikerin in ihrer Lebenskrise, ist ein harmloses Schicksal, doch nicht unbedeutend. Die Arbeitslosigkeit verstärkt die Unsicherheit. Die alleinerziehende Mutter Tonja, die alle Hebel in Bewegung setzt, um möglichst nicht vom Amt abhängig zu sein. Willkommen im Club typologisiert liebevoll Menschen ohne Arbeit. Allerdings zeigt der Film auch die andere Seite der Medaille. Der Arbeitsvermittler, der unter Verzweiflung versucht seine Arbeit gut zu machen, aber aufgrund von Mangel an Möglichkeiten kläglich versagt. Er möchte seinen Kunden, den Arbeitslosen, helfen und den Ansprüchen gerecht werden. Dies ist fast unmöglich, er ist nur ein Angestellter mit auferlegten Grenzen.

Der gesamte Film ist gezeichnet von Hilflosigkeit, gemischt mit nettem Humor. Die drei Hauptdarsteller leben im selben Haus und haben nur dieses eine Problem gemeinsam: arbeitslos. Das Geld wird immer knapper. Die Bemühungen eine neue Arbeit zu finden, immer absurder. Zu einer „Verbrüderung“ kommt es nicht, denn arbeitslos zu sein ist kein Hobby. Schnell entstehen Bilder wie existenzielle Katastrophen. Am Ende des Filmes spricht die Hälfte der Beteiligten von einem guten Ausgang. Die andere Hälfte erfährt eine Genugtuung, eine schöne Pointe.

Das Drama von Holger Borggrefe ist voll von schwarzem Humor. Geboren ist der Regisseur in Bonn und studierte zuerst visuelle Kommunikation in Kassel. Ab 1994 war er dann Schüler von Hark Bohm in Hamburg. Nach der Vollendung im Jahre 1996 wurde er als Drehbuchautor tätig. Die Uraufführung von Willkommen im Club fand beim Filmfestival Max Ophüls Preis 2005 statt. Zudem war der Film die Eröffnung der Grenzland Filmtage in Selb 2005. Bei dem Filmfest in Emden-Norderney 2005 buhlte Willkommen im Club um den DGB-Filmpreis.

Fazit & Kritiken zum Film Willkommen im Club

Willkommen im Club ist ein Zeitdokument, welches das reale Leben hätte schreiben können. In manchen Minuten ist einem zum Weinen zumute und der anderen Minute ist das Leben nur komisch. Der gesamte Film balanciert auf einem schmalen Grat zwischen Komik und Tragödie. Leider nicht immer gut abgepasst. Die schauspielerischen Leistungen der einzelnen Darsteller sind von einem unterschiedlichen Niveau. Einige Schwächen der Schauspieler und dramaturgische Schwächen, verändern nicht den durchgängig spannenden Gegenwartsfilm. Die Absurdität des Alltags ist der Mittelpunkt des Films.

Lassen Sie sich nicht von dem bestimmenden grauen Hintergrund des Plakats negativ beeindrucken. Drei Menschen im Kampf um einen Job müssen gewürdigt werden. Das rote Logo des Arbeitsamtes ist ein augenscheinlicher Fokuspunkt und spielt eine Hauptrolle im Film. Tauchen Sie ein in die Tiefen des Arbeitsamtes und den damit verbundenen Schicksalen.

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