Innere Medizin – Was macht ein Internist?

Wie es bei medizinischen Fachrichtungen so üblich ist, haben wohl die meisten Menschen schon mal von der Inneren Medizin oder auch Internisten gehört. Doch worum handelt es sich dabei eigentlich genau? Kurz gesagt ist die Innere Medizin das Fachgebiet des Internisten und im Grunde geht es genau darum, was der Begriff schon aussagt. Die inneren Organe sind es, mit denen sich der Internist beschäftigt. Es geht dabei um Störungen der Organe, aber auch um konkrete Krankheiten. Der Internist muss Diagnosen stellen, Behandlungen anbieten und auch Vorbeugung von Krankheiten betreiben. Natürlich gibt es auch innerhalb der Inneren Medizin Spezialisierungen. Alles Wissenswerte zum Thema gibt es in diesem Artikel.

Was versteht man unter Innere Medizin?

Tatsächlich beschreibt der Begriff der Inneren Medizin ziemlich gut, worum es bei diesem Fachgebiet geht. Es geht um die inneren Organe. Man beschäftigt sich also mit deren Funktionen und wie sie aufgebaut sind, aber auch konkret mit Erkrankungen. Es geht sowohl um die Leber, die Organe der Verdauung als auch Atmungsorgane. Wie oft in der Medizin gibt es da für jedes Organ oder Bereich auch noch Spezialisierungen, die in diesen Fällen in der Hepatologie, Gastroenterologie oder Pneumologie zu finden sind.

Neben den konkreten Organen betrachtet die Innere Medizin auch ganze Systeme. In der Kardiologie geht es um das gesamte Herz- und Kreislaufsystem, während in der Angiologie das Gefäßsystem im Fokus steht. Weitere Fachrichtungen der Inneren Medizin sind die Osteologie und Rheumatologie, die sich mit Knochen und Bindegewebe beschäftigen, außerdem die Hämatologie, die den Blick auf das Blut und die blutbildenden Organe richtet. Außerdem gibt es die Endokrinologie für Hormone und Stoffwechsel, die Infektiologie für Infektionskrankheiten, die Immunologie für das Immunsystem und die Nephrologie für die Nieren und Harnwege.

Was macht ein Internist?

Der Internist ist im Grunde der Facharzt der Inneren Medizin. Seine Aufgabe besteht also darin, Diagnosen zu stellen, wenn Beschwerden vorliegen, angemessen Therapien vorzuschlagen und auch die Rehabilitation von Organen zu fördern. Die Vorbeugung von Krankheiten gehört natürlich ebenfalls dazu. Wenn größere Eingriffe vorgenommen werden müssen, muss der Chirurg an die Sache gehen, bei kleineren operativen Eingriffen hingegen kann auch der Internist selbst Hand anlegen. Unterschieden wird zudem zwischen hausärztlichen und fachärztlichen Internisten. Erstere beschäftigen sich zusammen mit der Allgemeinmedizin mit der allgemeinen Gesundheit der Patienten. Wenn es konkreter wird, beispielsweise auch für ein bestimmtes Organ, geht es dann zum Facharzt.

Die Ausbildung zum Internisten erfordert einige Jahre. Dazu gehört das Grundstudium der Medizin über sechs Jahre. Danach geht es mit fünf Jahren Facharztstudium weiter. Schon in dieser Zeit können auch Spezialisierungen, beispielsweise für bestimmte Organe, als Schwerpunkte gewählt werden. Neben diesen Weiterbildungen gibt es auch eine Spezialisierung, die ein Jahr lang andauert.

Welche Krankheiten behandelt ein Internist?

InternistFür Patienten stellt sich bei körperlichen Beschwerden oft die Frage, welcher Arzt denn nun zu wählen ist. Meist ist natürlich der Hausarzt die richtige Anlaufstelle, was in einem Drittel der Fälle auch ein Internist sein wird. Ansonsten gibt es Erkrankungen, die genau in das Fachgebiet der Inneren Medizin bzw. des Internisten fallen. Wer die entsprechenden Beschwerden oder Symptome hat, kann entsprechend einen solchen Arzt oder auch direkt Facharzt aufsuchen. Im Laufe eines Lebens wird eigentlich jeder Mensch auch mal Patient eines Internisten.
 
Der Internist beschäftigt sich mit den Krankheiten, die das Herz-Kreislauf-System betreffen. Dazu können hoher oder niedriger Blutdruck gehören, aber auch Herzrhythmusstörungen. Genauso geht es aber auch um Thrombosen und Krampfadern, die zu den Gefäßkrankheiten gehören. Die Magen-Darm-Grippe fällt ebenfalls in den Zuständigkeitsbereich des Internisten. Weitere Krankheiten sind die Lungenentzündung, Asthma, Bronchitis, Schilddrüsenüber- oder Schilddrüsenunterfunktionen, Harn- und Nierenwegerkrankungen, Leukämie oder auch Rheuma. Auch Tumore und Vergiftungen gehören mit zur Inneren Medizin.

So geht ein Internist vor

Wer zu einem Internisten geht, braucht keine Angst haben, denn sofern es sich nicht um einen akuten Notfall handelt, steht am Anfang immer die Diagnose und vor allem auch die Anamnese. Bei letzterer handelt es sich um das Gespräch zwischen dem Patienten und dem Arzt. Der Internist fragt also erst einmal, welche Beschwerden vorliegen, wo sie zu verorten sind und ob es Vorerkrankungen gibt. Je genauer der Patient Auskunft geben kann, desto besser wird die Diagnose ausfallen. Erst nach der Anamnese geht der Internist zur körperlichen Untersuchung weiter. Hier fallen Untersuchungsmethoden an, die viele Menschen vom normalen Hausarzt her kennen.

Internist am Blutdruck messenUnter anderem wird der Blutdruck gemessen. Das geht direkt und unkompliziert bei der Untersuchung. Anders sieht es bei einer Langzeituntersuchung aus, da hierfür mindestens 24-Stunden lang der Blutdruck gemessen wird. Auch bekannt vom Hausarzt ist das sogenannte EKG. Das Elektrokardiogramm ist ein Gerät, mit dem die Herzströme gemessen werden. So stellt der Arzt fest, ob das Herz regelmäßig schlägt oder eine Störung vorliegt. Bei einem Belastungs-EKG geschieht die Messung, während der Patient beispielsweise Fahrrad fährt.
 
Auch zu einer körperlichen Untersuchung kann der Ultraschall gehören. Dabei werden die inneren Organe durch ein Verfahren untersucht, dass einen Einblick in das Innere des Menschen gewährt. Klassischerweise kommt das Ultraschallgerät auch bei Schwangerschaften zum Einsatz. Ebenfalls zur Untersuchung kann die Endoskopie gehören, also die Spiegelung des Darms oder des Magens. Weiter wird auch die Lunge untersucht, was schon mit einem einfachen Test beginnen kann, bei dem das Lungenvolumen durch Pusten ermittelt wird. Abgenommenes Blut wird bei einer Laboruntersuchung unter die Lupe genommen.

Häufig gestellte Fragen zum Internisten

Wenn es um die eigene Gesundheit geht, gibt es oft Fragen der Patienten. Das beginnt auch schon vor der Wahl eines Arztes, da nicht immer ganz klar ist, welcher Arzt wofür zuständig ist. Hier gibt es ein paar Fragen, die immer wieder im Zusammenhang mit Internisten aufkommen.

Ist jeder Hausarzt ein Internist?

Auch wenn rund ein Drittel der Hausärzte Internisten sind, so sind es doch zwei unterschiedliche Ausrichtungen. Das Fachgebiet des Internisten ist die Innere Medizin, während das Fachgebiet des Hausarztes die Allgemeinmedizin ist. Die beiden medizinischen Fachrichtungen überschneiden sich allerdings sehr, was am Tätigkeitsfeld liegt. Viele Erkrankungen und Beschwerden, ob leicht oder schwer, haben mit den inneren Organen zu tun.

Kann ein Internist alle Krankheiten behandeln?

Wenn es um Krankheiten geht, ist der Internist sehr oft gefragt. Das hängt mit den inneren Organen zusammen, die mit vielen Erkrankungen in Verbindung stehen. Insofern hat der Patient oft mit Internisten zu tun, wenn beispielsweise Herz-Kreislaufprobleme vorliegen oder aber auch Lungenprobleme auftreten. Allerdings gibt es noch viele weitere Erkrankungen, die nicht direkt in das Feld der Inneren Medizin fallen. Doch selbst wenn das der Fall sein sollte, kann der Internist natürlich eine Überweisung an den jeweiligen Facharzt vornehmen.

Reinschnuppern? Besuch den Kongress für Innere Medizin

Wer mal einen näheren Blick in die Innere Medizin werfen, aber nun nicht auf den nächsten notwendigen Arztbesuch warten will, der kann auch einen Blick auf den nächsten Kongress der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin werfen. Der 127. Kongress der DGIM findet 2021 im April statt. Genauer gesagt vom 17. bis zum 20. April 2021. Der Fokus wird auf “Von der Krise lernen” gelegt, was natürlich mit der Corona-Pandemie zusammenhängt. Der Kongress dient dazu, dass Internisten und Fachärzte zusammenkommen, um sich über verschiedene Themen und neue Erkenntnisse auszutauschen. Auch in digitaler Form.

Wer sich für die Arbeit der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin interessiert, kann auch einen Blick zurück auf vergangene Kongresse werfen. Beispielsweise auch den Kongress der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin 2018, der in Mannheim stattfand. Auch in diesem Jahr gab es ein breites Programm und viele Vorträge, über die man sich auch heute noch austauschen kann. Der DGIM 2018 war der 124. Kongress. Informationen gab es unter dgim2018.de.

Fazit zum Internisten – Das Fachgebiet der Inneren Medizin

Eigentlich wird jeder Mensch in seinem Leben früher oder später auch Patient eines Internisten. Das liegt einfach am Fachgebiet der Inneren Medizin, die sich mit den inneren Organen beschäftigt. Also alles was das Herz anbelangt, die Lungen, die Leber, die Nieren oder auch das Darmsystem. Viele Erkrankungen, die der Mensch in seinem Leben hat, hängen damit zusammen.

Aufgrund der Zusammenhänge häufiger Erkrankungen sind auch viele Hausärzte Internisten. Aber darüber hinaus gibt es auch Fachgebiete, sodass sich Internisten spezialisieren. Das kann die Kardiologie sein, die sich mit dem Herz beschäftigt, oder auch die Nephrologie, die mit den Nieren zu tun hat. Bei einem Besuch eines Internisten stellt dieser zunächst mit der Anamnese Fragen, erst danach beginnt die körperliche Untersuchung. Jährlich findet der Kongress der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin statt.

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