Die Vielfalt zwischenmenschlicher Beziehungen

lgbtLGBTEs ist gut, wenn Filme vom üblichen Rahmen abweichen können und Identifikation auch abseits der breiten Masse möglich ist. LGBT Filme bieten genau diese Möglichkeit, wenn es um zwischenmenschliche Beziehungen geht. Die Abkürzung ist zwar nicht ganz neu, aber sicherlich auch noch nicht jedermann bekannt. Es steht für die englischen Begriffe Lesbian, Gay, Bisexual und Transgender. Gemeint sind also Menschen, deren sexuelle Ausrichtung oder geschlechtliche Identität sich nicht mit den althergebrachten Definitionen umschreiben lässt. Was aber hat das mit Filmen zu tun? LGBT Filme sind eine lose Bezeichnung für Filme, in denen eben auch andere Lebensmodelle und Ausrichtungen ihren Platz finden. Das wäre sicherlich nicht notwendig, wenn auch im Mainstream Kino entsprechende Ansätze zu finden wären. Doch das ist meist Mangelware. Auch heute noch machen große Filme einen weiten Bogen um Themen wie beispielsweise gleichgeschlechtlicher Liebe. Ausnahmen bestätigen die Regel. Das Genre LGBT setzt genau da an und bietet einen Markt für alternative Filmideen.

Tangerine L.A. - [OmU]

Tangerine L.A.

Dieser Film hat eine große Besonderheit, denn gedreht wurde er im Breitbildformat, um im Kino zu laufen, allerdings einzig und alleine mit iPhones. Sean Baker war für dieses Drama verantwortlich. Er führte nicht nur Regie, sondern schrieb auch gemeinsam mit Chris Bergoch das Drehbuch. 2015 wurde "Tangerine L.A." erstmals beim Sundance Film Festival gezeigt. Die Handlung verläuft innerhalb von zwölf Stunden und verfolgt zwei Transgender-Prostituierte. Sin-dee sucht ihren Freund und Zuhälter, der mit einer anderen Frau geschlafen haben soll. Die Hauptrollen wurden mit Kitana Kiki Rodriguez und Mya Taylor besetzt.

Zwei Mütter

Zwei Mütter

Der Wunsch ein Kind zu bekommen, ist groß. Doch für Katja und Isabelle, die zusammenleben und den gemeinsamen Wunsch hegen, ist es alles andere als einfach, ein Kind zu bekommen. Die Gesellschaft lehnt größtenteils ihren Wunsch ab, schlichtweg aufgrund ihrer rein weiblichen Beziehung. Um aber doch schwanger werden zu können, zielen sie alsbald darauf ab, den Samen eines Mannes privat zu beschaffen. Der Film "Zwei Mütter" ist in einem dokumentarischen Stil gedreht worden. Anne Zohra Berrached führte Regie und schrieb das Drehbuch. Karina Plachetka und Sabine Wolf übernahmen die Hauptrollen.

120 BPM [OV/OmU]

120 BPM

Heute sieht die Welt in dieser Hinsicht schon anders aus, auch wenn noch viel Luft nach oben ist. Doch gerade Anfang der neunziger Jahre war AIDS noch ein sehr heikles Thema. Das wissen auch die Protagonisten vom Film “120 BPM”, die eine Aktivistengruppe gründen, in der sich homosexuelle Menschen organisieren und auf die Erkrankung aufmerksam zu machen. Natürlich gelingt das nicht ohne Widerstand. Robin Campillo führte Regie und schrieb das Drehbuch für diesen französischen Film mit Nahuel Pérez Biscayart, Arnaud Valois und Adéle Haenel in den Hauptrollen.

The Danish Girl [dt./OV]

The Danish Girl

Eddie Redmayne hat schon in verschiedenen Rollen gezeigt, wie stark und gleichzeitig sensibel er aufspielen kann. Besonders gut gelang ihm das auch im Werk “The Danish Girl”, in dem es um die intersexuelle Malerin Lili Elbe geht. Der Film basiert auf der gleichnamigen Romanvorlage von David Ebershoff. 2015 erschien der Film, bei dem Tom Hooper Regie führte. In weiteren Rollen sind Alicia Vikander und Amber Heard zu sehen. Der Film zeigt, wie der Mann Einar Wegener merkt, dass er sich als Frau wohler fühlt und sein Geschlecht wandeln will.

Ein Genre so bunt wie das Leben

Unrühmlicherweise ist die sexuelle Ausrichtung der Menschen, die ganz verschieden ausfallen kann, noch immer eine Art Tabuthema. Natürlich gibt es mittlerweile auch homosexuelle Figuren in Filmen, aber das ist die Ausnahme. Gerade auch wenn es darum geht, diesen Menschen mehr als nur Nebenrollen zu geben, hat der normale Filmmarkt meist nicht allzu viel zu bieten. Aber es gibt durchaus auch Filme, die es aus dem Bereich LGBT auf die große Leinwand gebracht haben. Beispiele dafür sind Brokeback Mountain mit Heath Ledger und Jake Gyllenhaal oder auch Philadelphia mit Tom Hanks. Solche Filme wurden auch mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, bilden aber eben die Ausnahme. Es zeigt sich aber, dass es sich dabei auch um ganz normale Filme handelt, die jedermann schauen kann. Vor allem auch wenn nur ein cineastisches Interesse vorhanden sein sollte.

LGBT Filme haben eine große Vielfalt, wenn es um die Darstellungen geht. Auch die Inszenierungen der Filme können ganz unterschiedlich ausfallen, es gibt da keine Grenzen oder festgesteckten Merkmale. Es werden eben Menschen mit bestimmten sexuellen Ausrichtungen oder Identitäten dargestellt. Ob das nun expliziter dargestellt wird, eher am Rande oder einfach nur ein netter Romantikfilm ist – alles ist möglich. Dementsprechend ist das Genre auch nur dadurch definiert, dass eben mehr Offenheit vorherrscht. Ansonsten gibt es keine allzu festen Regeln. Umso spannender kann es sein, Filme dieses Genres zu entdecken und vielleicht sogar mehr als nur den Filmhorizont zu erweitern. Solche Filme sind in jedem Fall wichtig und ein gutes Zeichen, für die Zeit, in der wir leben. Was es für filmische Möglichkeiten diesbezüglich gibt, können sie in dieser Kategorie für sich entdecken.

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